Beratung: Asthma

Atemnot und Hustenreiz - besonders in der Nacht - stellen für den Asthmapatienten eine Beeinträchtigung der Lebensqualität dar. Kommt Panik und Angst hinzu, wird der Anfall immer weiter verschlimmert. Eine genaue Kenntnis des Krankheitsbildes sowie die Eigeninitiative des Patienten während seiner Behandlung trägt entscheidend dazu bei, diese Angst zu nehmen, denn schließlich sollte die Erkrankung zwar ernst genommen, aber nicht zur Lebensaufgabe werden.

Wer ist betroffen?

Gerade Kinder leiden unter der entzündlichen Atemwegserkrankung. Es handelt sich sogar um die häufigste chronische Krankheit im Kindesalter, wobei Jungen doppelt so häufig betroffen sind wie Mädchen. Ebenso sind bei Erwachsenen Männer häufiger betroffen als Frauen. In vielen Fällen verliert sich die Krankheit während der Pubertät. Generell kann Asthma jedoch jederzeit auftreten 1 Wichtig ist die frühzeitige Erkennung der Krankheit, bei Verdacht ist also sofort der Arzt aufzusuchen. Das Team der Ostertor Apotheke berät sie gerne!

Was sind die Auslöser und welche Symptome treten auf?

Häufigste Auslöser des Bronchialasthmas sind Allergien. Hierbei reagiert der Körper überempfindlich auf seine Umgebung und schüttet Botenstoffe aus, die verengend auf die Bronchien wirken und einen Krampf der Bronchialmuskulatur auslösen können. Es kommt zur Atemnot, insbesondere die Ausatmung ist beeinträchtigt. Pfeifgeräusche treten auf, die Atmung wird kurz und hektisch. Des weiteren wirken die oben genannten Botenstoffe entzündlich auf die Bronchialschleimhaut. Zäher Schleim wird gebildet, der sich nur schwer abhusten lässt. Auch Luftschadstoffe wie Ozon oder Stickoxide können Ursache einer asthmatischen Erkrankung sein, sowie Atemwegsinfekte und Rauchen (aktiv und passiv). Eine erbliche Veranlagung zeigt sich beim Asthma zwar durch häufiges Auftreten der Krankheit innerhalb einer Familie, allerdings kann dadurch keine Voraussage getroffen werden, welches Familienmitglied in einer Generation betroffen sein könnte.


Wie wird behandelt und um welche Medikamente handelt es sich?

Bei der medikamentösen Asthmatherapie steht die Verhinderung von Asthmaanfällen im Vordergrund, sowie eine Reduzierung der Bronchialschleimhautentzündung. Mögliche Folgeschäden sollen vermieden werden. Dadurch kann die Lebensqualität der Betroffenen entschieden verbessert werden. Um gegen die Entzündung der Bronchialschleimhaut vorzugehen werden so genannte Glucocorticoide verwendet, wodurch die überempfindlichen Atemwege beruhigt werden. Diese Wirkstoffe werden mit Hilfe von Dosieraerosolen (s.u.) 2. eingenommen. Kann man der Entzündung der Atemwege entgegenwirken, erleichtert man zudem auch schon das Atmen: die Atemwege entspannen sich leichter! Daher sind die Glucocorticoide wohl die wichtigste Substanzklasse unter den Asthmamedikamenten. Angst vor Nebenwirkungen? Der Begriff Corticoid löst bei den Patienten oft Panik aus. Diese Angst kann jedoch beruhigt werden. Nebenwirkungen dieser Gruppe, welche vom Cortison bekannt sind, werden durch die inhalative Anwendung so stark reduziert, dass weitgehend keine Probleme befürchtet werden müssen. Krampflösende Medikamente (Bronchospasmolytika) entspannen und weiten die Atemwege. Die Wirkstoffe dieser Gruppe werden ebenfalls meistens mit Hilfe von Dosieraerosolen eingenommen . Man unterscheidet hierbei zwischen lang- und kurzfristig anzuwendenden Präparaten, wobei die kurzfristig eingesetzten einem akuten Asthmaanfall entgegenwirken. Sie wirken innerhalb von Minuten. Die Langzeitmedikamente haben eine längere Anlaufzeit dafür jedoch eine längere Wirkdauer (bis zu 12 Stunden). Mit Hilfe von schleimlösenden Medikamenten (Sekretolytika) kann symptomatisch das Abhusten des zähen, gläsernen Schleims erleichtert werden. Hierbei handelt es sich um Medikamente, die auch allgemein bei festsitzendem Husten angewendet werden. Beispiel hierfür ist Ambroxolhydrochlorid, ein gängiger Wirkstoff zum Lösen des festsitzenden Bronchialsekretes. Für eine längere und begleitende Therapie wird z.B. Chromoglicinsäure angewandt, es handelt sich um einen Wirkstoff, der die Ausschüttung der oben genannten Botenstoffe, vermindert. Somit soll auf längere Sicht die allergische Ursache des Asthmas bekämpft werden. Derartige prophylaktische Maßnahmen sind jedoch natürlich auch nur bei allergisch bedingtem Asthma geeignet.

Welche Inhalationsgeräte gibt es und wie werden sie angewendet?

Als Inhalationssysteme stehen Pulverinhalatoren (z.B. Diskus, Diskhaler, Turbohaler) zur Verfügung, deren Anwendung im Vergleich zu den Dosieraerosolen relativ einfach ist. Bei der Pulverinhalation wird auf mechanischem Weg eine Pulverkapsel innerhalb des Gerätes geöffnet, der Arzneistoff wird durch Einatmen aufgenommem. Probleme treten hier bei der Behandlung von Kindern auf, und auch im akuten Anfall ist diese Inhalationstechnik ungeeignet, da der Patient oft nicht mehr über genug Atemkraft verfügt, um das Pulver tief

genug zu inhalieren. Besser geeignet sind hierbei die Dosieraerosole, deren Anwendungstechnik zwar ein wenig komplizierter aber leicht zu lernen ist.

Wichtig bei der Anwendung eines Dosieraerosols:
· aufrechte Haltung des Oberkörpers
· vor Gebrauch schütteln
· Dosieraerosol vor erstem Gebrauch 1-2 mal betätigen
  (so füllt sich die Dosierkammer!)
· Ausatmen, Mundstück mit den Lippen fest umschließen
· synchrones Drücken und Einatmen, einige Sekunden Luft anhalten,
  durch die Nase ausatmen
· ca 30 Sekunden zwischen 2 Hüben abwarten
· Reinigung des Gerätes nach jedem Gebrauch
· nach dem Inhalieren Mund ausspülen, um Pilzinfektionen durch
  abgelagerte Pulverpartikel zu vermeiden

(Tipp: Test für den Füllstand des Dosieraerosols: Patrone in Wasser legen, schwimmt sie wird es höchste Zeit zum Austauschen!)

Des weiteren stehen dem Patienten auch elektrische Inhalatoren zur Verfügung, welche eine noch gleichmäßigere Inhalation ermöglichen.

Was kann der Patient für sich selbst tun?

Beim allergischen Asthma sollten weitgehend die auslösenden Allergene gemieden werden, häufig handelt es sich hierbei um Pollen, Hausstaubmilben, Tierhaare oder Schimmelpilze, aber auch Lebensmittelallergien können die Ursache sein, ein Allergietest schafft Klarheit, Hypersensibilisierung kann helfen die Allergie abzubauen: dem Patienten wird über längere Zeit „sein spezielles Allergen“ zugeführt, um den Körper daran zu gewöhnen die konsequente Anwendung der Langzeitmedikamente ist ein Muss für den Patienten regelmäßige sportliche Aktivitäten (besonders gut geeignet: Schwimmen) trainieren die Lunge, hier gilt jedoch: nicht übertreiben, Überanstrengung könnte zum Anfall führen, gegebenenfalls Kurzzeitmedikamente direkt vorher anwenden Ruhe bewahren beim Asthmaanfall: locker entspannt hinsetzen, die Unterarme auf die Oberschenkel legen und möglichst ruhiges Ausatmen durch den Mund, wobei die Lippen locker aufeinanderliegen sollten ausreichend Wasser trinken, es verflüssigt den zähen Bronchialschleim und erleichtert das Abhusten.

Für weitere Tipps: Das Team der Ostertor Apotheke berät sie gerne!

Was ist ein Peak-Flow-Meter?

Mit Hilfe des Peak-Flow-Meters kann der Patient seinen Gesundheitszustand weitgehend selbst überprüfen. Es handelt sich um ein kleines zweiteiliges Gerät (Mundstück und Messgerät), welches die Geschwindigkeit der Ausatemluft misst. Die Peak-Flow-Messung (Peak-Flow = Spitzenfluss) sollte zweimal täglich sowie nach Atemnot und nächtlichem Hustenreiz angewandt werden. Es empfiehlt sich direkt mehrmals hintereinander zu messen und denWert auszuwählen, bei der die Geschwindigkeit der Ausatemluft am schnellsten ist. Fällt der Peak-Flow-Wert ab, muss mit einem Anfall gerechnet werden.

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten?

Medikamente, die zur Behandlung des Bluthochdrucks eingesetzt werden (Betablocker) wirken verengend auf die Atemwege und können daher zu einem Asthmaanfall führen Acetylsalicylsäure als freiverkäufliches Schmerzmittel ist zu meiden; auch andere so genannte „kleine Analgetika“ können Anfälle auslösen; vor Einnahme Arzt oder Apotheker befragen.

Halten Sie sich stets auf dem neuesten Stand der Asthmatherapie.

Das Team der Ostertor Apotheke berät sie gerne zu weiteren Fragen.